Security Meldungen · 29.01.2026 · Heiko Kretschmer
FortiCloud SSO Schwachstelle bei Authentifizierung (CVE-2026-24858)
In dieser Woche hat Fortinet eine dringend zu lesende Sicherheitswarnung veröffentlicht: eine kritische Authentifizierungs-Bypass-Schwachstelle in der FortiCloud Single Sign-On (SSO) Funktion, die aktiv in der Wildnis ausgenutzt wurde. Das betrifft FortiOS, FortiManager, FortiAnalyzer und FortiProxy, sofern FortiCloud-SSO aktiviert ist – und dieses Feature ist häufiger aktiv, als du denkst.
Worum geht es?
Die Schwachstelle, offiziell als Authentication Bypass Using an Alternate Path or Channel (CWE-288) klassifiziert (unter anderem CVE-2026-24858), ermöglicht es einem Angreifer mit einem eigenen FortiCloud-Konto und registriertem Gerät, sich auf anderen Geräten einzuloggen, die zu anderen Accounts gehören, wenn FortiCloud SSO aktiviert ist.
Das erschreckende daran: FortiCloud SSO ist nicht standardmäßig aktiviert, wird aber bei der Registrierung eines Gerätes über die GUI im FortiCare-Portal automatisch eingeschaltet, wenn der Admin den entsprechenden Schalter nicht explizit deaktiviert.
Was bedeutet das praktisch?
- Ein legitimer FortiCloud-Account + ein registriertes Gerät → reicht aus, um über FortiCloud SSO eventuell Admin-Zugriff auf fremde Geräte zu erhalten.
- Die Lücke wurde bereits aktiv missbraucht – Fortinet hat missbräuchliche FortiCloud-Konten gesperrt und die FortiCloud-SSO-Funktion auf Cloud-Seite temporär deaktiviert.
- Bei Wieder-Aktivierung wird FortiCloud SSO gegenüber Geräten mit verwundbaren Versionen blockiert, bis diese gepatcht sind.
Betroffene Produkte & Versionen
Die offizielle Advisory listet eine ganze Reihe von betroffenen Plattformen und Versionen auf, darunter:
Version
Affected
Solution
FortiAnalyzer 7.6
7.6.0 through 7.6.5
Upgrade to 7.6.6 or above
FortiAnalyzer 7.4
7.4.0 through 7.4.9
Upgrade to 7.4.10 or above
FortiAnalyzer 7.2
7.2.0 through 7.2.11
Upgrade to upcoming 7.2.12 or above
FortiAnalyzer 7.0
7.0.0 through 7.0.15
Upgrade to upcoming 7.0.16 or above
FortiAnalyzer 6.4
Not affected
Not Applicable
FortiManager 7.6
7.6.0 through 7.6.5
Upgrade to 7.6.6 or above
FortiManager 7.4
7.4.0 through 7.4.9
Upgrade to 7.4.10 or above
FortiManager 7.2
7.2.0 through 7.2.11
Upgrade to upcoming 7.2.13 or above
FortiManager 7.0
7.0.0 through 7.0.15
Upgrade to upcoming 7.0.16 or above
FortiManager 6.4
Not affected
Not Applicable
FortiOS 8.0
Not affected
Not Applicable
FortiOS 7.6
7.6.0 through 7.6.5
Upgrade to 7.6.6 or above
FortiOS 7.4
7.4.0 through 7.4.10
Upgrade to 7.4.11 or above
FortiOS 7.2
7.2.0 through 7.2.12
Upgrade to upcoming 7.2.13 or above
FortiOS 7.0
7.0.0 through 7.0.18
Upgrade to upcoming 7.0.19 or above
FortiOS 6.4
Not affected
Not Applicable
FortiProxy 7.6
7.6.0 through 7.6.4
Upgrade to upcoming 7.6.6 or above
FortiProxy 7.4
7.4.0 through 7.4.12
Upgrade to upcoming 7.4.13 or above
FortiProxy 7.2
7.2 all versions
Migrate to a fixed release
FortiProxy 7.0
7.0 all versions
Migrate to a fixed release
FortiWeb 8.0
8.0.0 through 8.0.3
Upgrade to upcoming 8.0.4 or above
FortiWeb 7.6
7.6.0 through 7.6.6
Upgrade to upcoming 7.6.7 or above
FortiWeb 7.4
7.4.0 through 7.4.11
Upgrade to upcoming 7.4.12 or above
FortiWeb 7.2
Not affected
Not Applicable
FortiWeb 7.0
Not affected
Not Applicable
Tipp: Nutze den Fortinet Upgrade-Tool-Assistenten, um die passende Fix-Version zu ermitteln.
Empfehlungen & Maßnahmen
1. FortiCloud SSO deaktivieren (sofern noch nicht gepatcht)
Per CLI (FortiOS / FortiProxy):
config system global set admin-forticloud-sso-login disable end
Alternativ über die GUI:
System > Settings > "Allow administrative login using FortiCloud SSO" deaktivieren
2. FortiCloud SSO auf FortiManager / FortiAnalyzer deaktivieren
Per CLI:
config system saml set forticloud-sso disable end
Diese Konfiguration deaktiviert die FortiCloud-SSO-Anmeldung für administrative Zugriffe auf FortiManager bzw. FortiAnalyzer.
3. Admin-Konten und Logs überprüfen
Prüfe bestehende Administratoren und Login-Logs auf Auffälligkeiten, insbesondere:
- Neu angelegte lokale Admin-Accounts
- Unbekannte oder generische Benutzernamen (z. B. audit, backup, remoteadmin)
- Login-Versuche von ungewöhnlichen IP-Adressen oder zu ungewöhnlichen Zeiten
Bei verdächtigen Aktivitäten sollten betroffene Accounts umgehend deaktiviert und Zugangsdaten rotiert werden.
Fazit
Diese Schwachstelle ist ein Reminders-Moment für jede moderne Infrastruktur:
- SSO spart Adminzeit – aber nur, wenn es richtig gehärtet ist.
- Standard-Einstellungen allein schützen nicht vor aktiv ausgenutzten Auth-Bypasses.
- Patchen Sie zeitnah, deaktivieren Sie temporär SSO und überwachen Sie die Admin-Zugänge kontinuierlich.
Fortinet hat reagiert – aber bis Ihree Systeme auf sicheren Versionen laufen, solltest Sie das Risiko so gering wie möglich halten.
Unter https://fortiguard.fortinet.com/psirt/FG-IR-26-060 finden Sie weitere Informationen zu Workarounds und Indikatoren für eine Ausnutzung der Schwachstelle.
Wenn Sie Unterstützung benötigen, wenden Sie sich bitte an service@enthus.de oder nutzen Sie komfortabel unser Ticketsystem unter https://enthus.de/portal/servicetickets
